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Der Spendenmarsch mit Jan Hähnlein & Friends
im Kampf gegen Kinderdemenz

Interview in der Thüringischen Landeszeitung

Der Erfurter Jan Hähnlein engagiert sich seit Jahren für das Thema Kinderdemenz (NCL). Allein im vergangenen Jahr sammelte der Extremsportler mehr als 23.000 Euro für die NCL-Stiftung, die Forschungsprojekte fördert und die Öffentlichkeit für diese unheilbare Erkrankung sensibilisiert. Wir sprachen mit dem 50-Jährigen, der auch in diesem Jahr wieder für sein Herzensprojekt trommelt.

Wie sind Sie auf das Thema Kinderdemenz gekommen?

2015 habe ich bei Stern TV einen Beitrag dazu gesehen. Das hat mich sehr mitgenommen. Denn wie viele andere wusste ich bis dahin nicht, dass es eine solche Erkrankung gibt. Demenz? Das bringt doch kaum jemand mit Kindern in Verbindung. Ich werde oft gefragt, ob ich persönlich betroffen bin. Nein, das bin ich nicht, ich habe eine gesunde Tochter, worüber ich sehr froh bin. Deswegen hat mich das Ganze auch so berührt. Inzwischen ist die NCL-Stiftung mein Herzensprojekt.

Haben Sie selbst Kontakt zur Stiftung aufgenommen?

Ja, ich habe mich allerdings erst einmal im Internet dazu belesen, weil ich voll und ganz hinter einer Sache stehen möchte, für die ich mich einsetze. Mir ist es wichtig, dass Spendengelder nicht von einem aufgeblähten Verwaltungsapparat verschlungen werden. Darauf habe ich keine Lust. Inzwischen wissen die Leute, dass es Hand und Fuß hat, wenn ich einen Aufruf starte. Sie vertrauen mir. Alles Geld, das ich sammle, landet zu 100 Prozent auf dem Konto der NCL-Stiftung.

Wie kamen Sie auf die Idee, sportliche Aktionen zu Spendenaktionen zu machen?

Kurz vor der TV-Sendung hatte ich meine erste Radtour von Erfurt nach Boltenhagen gemacht. Weil ich gefragt worden war, warum ich das nicht als Wohltätigkeits-Event veranstalte, habe ich einen Aufruf gestartet und Konten von zwei Hilfsprojekten angegeben. Dabei kamen rund 530 Euro zusammen. Deshalb kam mir nach dem Fernsehbericht die Idee, so etwas noch einmal zu machen – diesmal aber für die NCL-Stiftung. Ich bin dann mit dem Mountainbike in zwei Tagen von Erfurt nach Berlin gefahren, für mich damals eine riesige Herausforderung. Mittlerweile kann ich darüber nur müde lächeln, denn heute schaffe ich das mit dem DDR-Klapprad in 21 Stunden. Aber immerhin: Bei der Tour nach Berlin kamen schon 2000 Euro zusammen, außerdem erhielt ich Einladungen zu anderen Veranstaltungen wie dem 100-Kilometer-Marsch auf dem Ostseeweg.

Und: Haben Sie die 100 Kilometer bewältigt?

Nein, nach 70 Kilometern musste ich aufhören, weil ich quasi ohne jede Vorbereitung gestartet bin, meine Füße voller Blasen waren und jeder Schritt eine Qual war. Dabei kann ich, wenn es um die gute Sache geht, durchaus Kräfte entwickeln, die ich sonst nicht habe.

Sie haben dann Ihren eigenen Marsch initiiert.

Richtig. Nachdem ich selbst an mehreren Märschen teilgenommen hatte, darunter vier Hunderter, wusste ich, wie es funktioniert, und wollte es mit Freunden selbst versuchen. Wir handhaben es so, dass wir eine Teilnahmegebühr erheben und uns dann noch Sponsoren suchen. Denn die Startgebühr soll vollständig an die NCL-Stiftung gehen. Die Sponsoren finanzieren die Urkunden, Startnummern, Medaillen, die Verpflegung. Ich bin sehr dankbar, dass Sponsoren den Marsch absichern. Noch schöner wäre es, wenn sich die einzelnen Starter zusätzlich Sponsoren suchen würden, die zum Beispiel für jeden gelaufenen Kilometer einen kleinen Betrag spenden.

Konnte die Premiere stattfinden?

Geplant war der Marsch am 2. Mai, wegen Corona mussten wir ihn aber auf den 10. Oktober verlegen. Das Schöne an dieser misslichen Situation war: Obwohl nur 220 der angemeldeten 280 Teilnehmer kamen, wollte niemand seine Startgebühr zurück. Das rechne ich den Leuten hoch an.

Und nun hat die zweite Auflage das gleiche Schicksal ereilt.

Ja, leider. Die Gesundheitsämter im Kyffhäuserkreis und im Landkreis Sömmerda haben uns zwar bescheinigt, dass wir ein sehr gutes Hygienekonzept haben. Wegen der hohen Inzidenzwerte in beiden Kreisen kann der Marsch mit bis zu 500 Teilnehmern aber trotzdem nicht am 15. Mai stattfinden. Wir haben ihn deshalb schweren Herzens auf den 31. Juli verschoben – wohlwissend, dass dann in Thüringen schon Ferien sind und bundesweit viele Wander- und Laufveranstaltungen in den Sommer verlegt wurden. Aber wegen der umfangreichen Abstimmungen ist kein anderer Termin möglich.

Allein beim Spendenmarsch kamen voriges Jahr rund 17.000 Euro zusammen. Woher stammt der Rest der gut 23.000 Euro, die Sie 2020 an die NCL-Stiftung überweisen konnten?

Von der 24-Stunden-Tour mit dem Klapprad von Travemünde nach Swinemünde und von einer Kajak-Tour von Erfurt nach Cuxhaven an der Nordsee. Die war allerdings so riskant, dass ich mir in Zukunft ruhigere und weniger heikle Herausforderungen suchen muss, um Spenden zu akquirieren.

Haben Sie auch persönlichen Kontakt zu Familien, deren Kinder von NCL betroffen sind?

Ja, ich kenne persönlich Familien in Berlin, Hamburg, Nordhausen und Weimar. Es fällt mir nicht leicht, sie zu treffen – gerade mit dem Wissen um die todbringende Krankheit. Das haut mich jedes Mal um, da habe ich echt zu kämpfen. Umso mehr freut es mich, wenn ich wieder jemanden für dieses Thema sensibilisieren konnte. Beim Spendenmarsch wird diesmal zum Beispiel ein Team der KMG-Kliniken in Nordthüringen dabei sein, mithin Ärzte und Pflegekräfte, außerdem eine achtköpfige Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Clingen, die in voller Montur starten will.

Von Sibylle Göbel

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Über Jan Hähnlein

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Jan Hähnlein ist Sportler und er schafft, was die meisten einfach nicht versuchen oder daran scheitern. Seit 2015 ist Jan sportlich unterwegs, um Spenden für die NCL-Stiftung zu sammeln, die sich für die Erforschung der tödlich verlaufenden Kinderdemenz (NCL) einsetzt.

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Jan Hähnlein ist Sportler und er schafft, was die meisten einfach nicht versuchen oder daran scheitern. Seit 2015 ist Jan sportlich unterwegs, um Spenden für die NCL-Stiftung zu sammeln, die sich für die Erforschung der tödlich verlaufenden Kinderdemenz (NCL) einsetzt.